Donnerstag, 3. Mai 2012

"Geschäftsreise"


Also meine erste "Geschäftsreise" war ganz gut. Ich war ja nur 2 Tage dort. Wir sind am Donnerstag zuerst noch ins Büro und da dann erst gegen 11 Uhr weg gekommen. Eigentlich wollten wir nämlich viel früher los, aber leider wurden die Lieferung für Slough aus versehen nach Banbury geliefert, also wären wir quasi vor unserer Wahre unten gewesen.

Jenny und ich sind dann nachdem sie das geklärt hat, mit dem Mietwagen nach Slough, ins Industrie gebiet gefahren. Laut Jenny ist das dort das größte Industriegebiet Europas. Dort kamen wir dann in den "Laden". Man hat noch gesehen, dass es mal eine grosse Lagerhalle war, aber es wurden bereits Wände hochgezogen und gerade waren die Handwerker dabei die Böden zu machen, die Wände zu streichen und die Decke zu machen. Dadurch, dass überall noch die Handwerker zugange waren, konnten wir leider gar nicht richtig anfangen die unsere Regale und Co. aufzubauen.

Der Laden dort gehört einer Familie aus Pakistan. Der Vater und seine 3 Kinder (28, 26 und 22) kümmern sich um alles. Wir haben dann versucht so gut wie möglich um die Handwerker herum zu arbeiten und haben angefangen Regale aufzubauen. Aber man war immer schnell den Handwerkern im Weg und an die Wände lehnen durfte man die Regale auch nicht. Der Arbeitstag war dann recht schnell vorbei, weil wir zu dem Zeitpunkt nicht viel machen konnten, aber wir standen noch recht lange mit der Familie dort rum. So gegen 18 Uhr sind wir aufgebrochen zum Hotel. Wir haben in unsere Zimmer eingecheckt. Dort haben wir erstmal ein Stündchen gechillt und uns frisch gemacht und uns anschliessend wieder getroffen um auf Nahrungssuche zu gehen. In der Stadt haben wir dann ein Pizzaexpress gefunden und dort gespeist. Ich muss sagen, es war ein interessantes Gefühl auf Firmenkosten zu Essen. Kam mir doch sehr wichtig, oder sagen wir vielleicht professionell vor. (Obwohl es nicht unbedingt super wichtiges Business ist, bei dem Aufbau von einem Händler zu helfen, aber gönnen wir mir mal das Gefühl)

Am nächsten Tag sind wir erst gegen 9 aufgebrochen, da uns die pakistanische Familie geraten hat nicht so früh zu kommen, um den Handwerkern etwas Zeit zu geben. Wir haben dort dann weitere Regale aufgebaut und angefangen den Verkaufstresen zu errichten. Das hat sich als etwas komplizierte Angelegenheit erwiesen, da es viele Teile gab, die sich alle ähnlich sahen und die Anleitung irgendwie verwirrend war. Hinzu kam, dass es einfach zu viele Leute waren, die mitmischen wollten und jeder anderer Meinung war, wenn es darum ging welches Teil oben oder unten, rechts oder links ist. Ich hab mich dann lieber rausgehalten und richtige Erfolge konnten beim Aufbau dann auch erst aufgewiesen werden, als sich nur noch 2 Leute darum gekümmert haben. 

Es kam noch ein Freund der Familie vorbei, der noch eine weitere Arbeitskraft mitgebracht hat. Er selbst war eigentlich nicht da um sich die Hände schmutzig zu machen, er ist nämlich in Anzug, Rosa Hemd, Rosa Krawatte mit Paisley Muster und Rosa-Türkies kartierten Socken (!) aufgekreuzt. Aber er und Jenny waren es dann, die sich um den Verkaufstresen gekümmert haben.


Ich hab während dessen mit den zwei Söhnen weitere Regale aufgebaut. Ich muss sagen, dann ging es viel schneller als am Vortag, als ich mit Jenny und einem der Söhne Regale aufbaute. Ich weiss nicht ob das jetzt ich als "hocheffektive" Deutsche bin, oder ob das einfach Zufall ist, aber ich fand die Arbeitsweise von Jenny irgendwie anstrengend. Sie hat einfach versucht immer irgendwas zu tun, auch wenn es nichts zu tun gab und hat dann die Arbeitsschritte die es gab unnötig verlangsamt. 

Ich bin mir nicht ganz sicher ob jetzt wirklich rüber kam, was ich meine, darum ein  Beispiel. Es gab für die Regale 2 Füsse und ein Bodenteil, und Teile die man dann als "Rücken" hochzieht. Während der Boden und das erste Rückenteil noch nicht drin sind, braucht es mindestens 2 Leute, danach kann man auch alleine die weiteren Rückenteile einhängen. Wir hatten schon die Füsse und das Bodenteil bereit, und ich wollte gerade das Bodenteil einhängen, da ist Jenny los um schonmal alle anderen Teile bereit zu legen. Dabei hätten wir zu zweit kurz die Basis aufbauen können und dann hätte jeder nacheinander ein Rückenteil her tragen und einhängen können. So musste ich mit dem Teil bereits in der Hand warten, bis sie alle Teile bereit gelegt hat. Anders wäre es viel schneller und effektiver gewesen. Tja, kann man nichts machen.

Zum Mittag haben der Vater und einer der Söhne Chicken Wraps geholt, nach pakistanischer Art ein bisschen scharf, war total lecker und so gegen 5 wurde ich dann auch schon wieder zum Zug gebracht, um heim zu fahren. Jenny ist noch bis Samstag geblieben, aber da ich keine Überstunden bezahlt bekomme und es eh genug "Hände" gab, hat sie gemeint, ich solle schon Freitag Abend wieder heim. Eigentlich war der Ausflug nicht sehr sinnvoll, denn wären wir zu einem Zeitpunkt gekommen, nachdem die Handwerker fertig waren, hätten wir das vermutlich in 2 Tagen abhaken können. So müssen wir jetzt sogar noch ein weiteres Mal runter. (Vermutlich morgen, aber nur für den einen Tag)

Grüßle aus dem zur Zeit sehr regnerischen Banbury

PS: Einer der Handwerker hatte seinen Hund dabei, der für viel Gelächter gesorgt hat, indem er auf Jennys Jacke gepinkelt hat :D 

2 Kommentare:

  1. Hallo meine business-Reisende,

    das klingt doch nach einer interessanten Geschaeftsreise mit Blick "hinter die Kulissen". Es ist so nett, wie du schreibst und ueberhaupt schoen, dass du uns ein bisschen an deinem Leben teilhaben laesst.

    Liebste Gruesse! Deine "mommy"

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  2. Hi Anna,

    du bist halt wirklich praktisch veranlagt..Hast du schon viele Regale vom schwedischen Möbelriesen aufgebaut?? Ich fand es soo lustig deine Zeile zu lesen. Gruss, Jeannette

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