Sonntag, 20. Mai 2012

Slough & Abschiedsparty


Am Freitag vor 2 Wochen haben wir nochmal einen Ausflug nach Slough zu dem Kächercenter gemacht. Diesmal waren es wieder Jenny und ich und ausserdem Nigel. Von dem hab ich euch bereits erzählt, er war der, der aussieht wie George Clooney und live dabei war, als ich mich rasend im Kreis gedreht hab. Jenny hat neuerdings schwarze statt blonde Haare und deshalb nennt sie Craig (der Chef von meinem Chef) jetzt "Jessy J's Grandma". (Jessy J. ist eine Sängerin in England, ist aber auch in Deutschland bekannt).


Also ich mit George Clooney und Jessy J's Grandma im Auto. Hat sich fast angefühlt, wie ein Familienausflug. Beide haben haben je eine Tochter in meinem Alter. Ich wurde gegen 9 zu Hause abgeholt (vereinbart war gegen 8) und dann sind wir nach Slough gefahren. Dort haben wir erstmal einen Kaffe bei McDonalds getrunken. Da sassen dann zwei Herren in Anzügen und haben irgendwie mit Nigel ein Gespräch begonnen, darüber ob es in der Filiale kalt sei. Nigel sagte dann "it's fucking freezing". Falls ich mich in Zukunft eines unschönen Wortschatzes bediene, ist es Nigels schuld. Jedenfalls stellte sich dann heraus, dass der Herr der Filialleiter oder etwas ähnliches war. Die Gelegenheit hat Nigel gleich genutzt und ihn gefragt, warum die Filiale eigentlich mit einem Wischmob geputzt wird und nicht mit professionellem Equipment. Ich hab mich innerlich fast schlapp gelacht. Fand es hoch interessant wie er gleich los gelegt hat. Er konnte den Filialleiter leider dennoch nicht "an Land ziehen" für Kärcher.


Der Laden hatte sich seit ich zum letzten Mal dort war, nochmal sehr verändert. Jenny ist ja an dem Freitag als ich heim gefahren bin noch geblieben. Jenny und ich haben dann quasi nur noch den Feinschliff gemacht und Nigel hat ein Training abgehalten. Es war total lustig, ich wusste gar nicht, dass er für ein spezielles Training mitgekommen ist und war etwas überrascht, als er die Familie gebeten hat sich in einer Reihe aufzustellen. 

An Familienangehörigen waren diesmal sogar noch mehr da. Der Vater, Kalid, seine 3 Kinder, der Ehemann der Tochter und der Onkel der 3 Kinder. (Also der Bruder ihrer Mutter) Die genauen Familienverhältnisse sind auch nicht soo wichtig, aber ihr könnt euch vielleicht vorstellen, dass es ein bunter Haufen war. Es sollten also alle antanzen und sich in Reih und Glied aufstellen. Dann hat er zuerst eine kleine Übung vorgeführt, bei der er einen Luftballon aufgeblasen hat, das Handy hingehoben hat, die Luft rausgelassen und danach war das Handy "verschwunden". Es war dann im inneren des Luftballons. Das sollte verdeutlichen, dass im Umgang mit Kunden, das Handy nicht her gehört. Danach mussten sie noch andere Übungen machen, die den Teamgeist stärken sollen. Ich hab einige Bilder geknipst und mich gut amüsiert.

Irgendwann hab ich mich dann wieder mit Jenny dem Feinschliff gewidmet. Es mussten noch Preisschilder angebracht werden und so Zeug. Gegen halb 6 sind wir dann, nachdem wir unser "Werk" vollendet haben, wieder zurück gefahren. Auf halber Strecke hat das Telefon geklingelt und es wurde Nigel mitgeteilt, dass er seine Jacke vergessen hat, in der Schlüssel waren, die er zum Arbeiten braucht. Daraufhin kam natürlich wieder ein ausgiebiges Fuuuuuuck. Erst wollte er nochmal zurück fahren, hat sich dann aber doch dagegen entschieden. Ich war total müde und hab hinten im Auto vor mich hingechillt, wie bei einem Familienausflug also.

Bin Abends natürlich noch "auf d' Gass", es war die Abschiedsparty von einem jungen Mann der auch hier gearbeitet hatte. War ein toller Abend. Am Samstag hab ich dann nicht viel gemacht. Am Montag war bei uns Feiertag, dafür hatten wir aber am 1. Mai nicht frei. Also wollten Andrea und ich eigentlich Sonntags ein Schloss besichtigen. Da das Wetter zur Zeit so schlecht ist, haben wir uns aber entschieden, ein ander Mal das Schloss zu besichtigen, da es recht teuer ist und ich auch möchte, dass die Fotos was werden und dass man nicht total friert, natürlich. Stattdessen wollten wir dann eigentlich nach Lemington Spa fahren und da einfach ein bisschen rumbummeln. Als wir dann aber fast eine Stunde auf den Bus gewartet haben und es schon fast 13 Uhr war, haben wir beschlossen einen Kaffe im Shoppingcenter in Banbury zu trinken. Daraus wurde dann eine Kaffe und 3 große Einkaufstüten. Typische Aktion mal wieder. Für mich war es trotzdem vollkommen zufriedenstellend und wir sind dann am Abend noch ausgegangen, so konnte ich auch gleich meine neue, rote (!) Hose ausführen.



Donnerstag, 3. Mai 2012

"Geschäftsreise"


Also meine erste "Geschäftsreise" war ganz gut. Ich war ja nur 2 Tage dort. Wir sind am Donnerstag zuerst noch ins Büro und da dann erst gegen 11 Uhr weg gekommen. Eigentlich wollten wir nämlich viel früher los, aber leider wurden die Lieferung für Slough aus versehen nach Banbury geliefert, also wären wir quasi vor unserer Wahre unten gewesen.

Jenny und ich sind dann nachdem sie das geklärt hat, mit dem Mietwagen nach Slough, ins Industrie gebiet gefahren. Laut Jenny ist das dort das größte Industriegebiet Europas. Dort kamen wir dann in den "Laden". Man hat noch gesehen, dass es mal eine grosse Lagerhalle war, aber es wurden bereits Wände hochgezogen und gerade waren die Handwerker dabei die Böden zu machen, die Wände zu streichen und die Decke zu machen. Dadurch, dass überall noch die Handwerker zugange waren, konnten wir leider gar nicht richtig anfangen die unsere Regale und Co. aufzubauen.

Der Laden dort gehört einer Familie aus Pakistan. Der Vater und seine 3 Kinder (28, 26 und 22) kümmern sich um alles. Wir haben dann versucht so gut wie möglich um die Handwerker herum zu arbeiten und haben angefangen Regale aufzubauen. Aber man war immer schnell den Handwerkern im Weg und an die Wände lehnen durfte man die Regale auch nicht. Der Arbeitstag war dann recht schnell vorbei, weil wir zu dem Zeitpunkt nicht viel machen konnten, aber wir standen noch recht lange mit der Familie dort rum. So gegen 18 Uhr sind wir aufgebrochen zum Hotel. Wir haben in unsere Zimmer eingecheckt. Dort haben wir erstmal ein Stündchen gechillt und uns frisch gemacht und uns anschliessend wieder getroffen um auf Nahrungssuche zu gehen. In der Stadt haben wir dann ein Pizzaexpress gefunden und dort gespeist. Ich muss sagen, es war ein interessantes Gefühl auf Firmenkosten zu Essen. Kam mir doch sehr wichtig, oder sagen wir vielleicht professionell vor. (Obwohl es nicht unbedingt super wichtiges Business ist, bei dem Aufbau von einem Händler zu helfen, aber gönnen wir mir mal das Gefühl)

Am nächsten Tag sind wir erst gegen 9 aufgebrochen, da uns die pakistanische Familie geraten hat nicht so früh zu kommen, um den Handwerkern etwas Zeit zu geben. Wir haben dort dann weitere Regale aufgebaut und angefangen den Verkaufstresen zu errichten. Das hat sich als etwas komplizierte Angelegenheit erwiesen, da es viele Teile gab, die sich alle ähnlich sahen und die Anleitung irgendwie verwirrend war. Hinzu kam, dass es einfach zu viele Leute waren, die mitmischen wollten und jeder anderer Meinung war, wenn es darum ging welches Teil oben oder unten, rechts oder links ist. Ich hab mich dann lieber rausgehalten und richtige Erfolge konnten beim Aufbau dann auch erst aufgewiesen werden, als sich nur noch 2 Leute darum gekümmert haben. 

Es kam noch ein Freund der Familie vorbei, der noch eine weitere Arbeitskraft mitgebracht hat. Er selbst war eigentlich nicht da um sich die Hände schmutzig zu machen, er ist nämlich in Anzug, Rosa Hemd, Rosa Krawatte mit Paisley Muster und Rosa-Türkies kartierten Socken (!) aufgekreuzt. Aber er und Jenny waren es dann, die sich um den Verkaufstresen gekümmert haben.


Ich hab während dessen mit den zwei Söhnen weitere Regale aufgebaut. Ich muss sagen, dann ging es viel schneller als am Vortag, als ich mit Jenny und einem der Söhne Regale aufbaute. Ich weiss nicht ob das jetzt ich als "hocheffektive" Deutsche bin, oder ob das einfach Zufall ist, aber ich fand die Arbeitsweise von Jenny irgendwie anstrengend. Sie hat einfach versucht immer irgendwas zu tun, auch wenn es nichts zu tun gab und hat dann die Arbeitsschritte die es gab unnötig verlangsamt. 

Ich bin mir nicht ganz sicher ob jetzt wirklich rüber kam, was ich meine, darum ein  Beispiel. Es gab für die Regale 2 Füsse und ein Bodenteil, und Teile die man dann als "Rücken" hochzieht. Während der Boden und das erste Rückenteil noch nicht drin sind, braucht es mindestens 2 Leute, danach kann man auch alleine die weiteren Rückenteile einhängen. Wir hatten schon die Füsse und das Bodenteil bereit, und ich wollte gerade das Bodenteil einhängen, da ist Jenny los um schonmal alle anderen Teile bereit zu legen. Dabei hätten wir zu zweit kurz die Basis aufbauen können und dann hätte jeder nacheinander ein Rückenteil her tragen und einhängen können. So musste ich mit dem Teil bereits in der Hand warten, bis sie alle Teile bereit gelegt hat. Anders wäre es viel schneller und effektiver gewesen. Tja, kann man nichts machen.

Zum Mittag haben der Vater und einer der Söhne Chicken Wraps geholt, nach pakistanischer Art ein bisschen scharf, war total lecker und so gegen 5 wurde ich dann auch schon wieder zum Zug gebracht, um heim zu fahren. Jenny ist noch bis Samstag geblieben, aber da ich keine Überstunden bezahlt bekomme und es eh genug "Hände" gab, hat sie gemeint, ich solle schon Freitag Abend wieder heim. Eigentlich war der Ausflug nicht sehr sinnvoll, denn wären wir zu einem Zeitpunkt gekommen, nachdem die Handwerker fertig waren, hätten wir das vermutlich in 2 Tagen abhaken können. So müssen wir jetzt sogar noch ein weiteres Mal runter. (Vermutlich morgen, aber nur für den einen Tag)

Grüßle aus dem zur Zeit sehr regnerischen Banbury

PS: Einer der Handwerker hatte seinen Hund dabei, der für viel Gelächter gesorgt hat, indem er auf Jennys Jacke gepinkelt hat :D