Mittwoch, 25. April 2012

The Office


Heute hatten wir "hohen" Besuch aus Deutschland. Die Geschäftsführender der Firma waren hier und darauf hat man sich hier schon seit geraumer Zeit vorbereitet. Mal abgesehen von Präsentationen die mein Chef machen musste, wurde hier aufgeräumt, die Fenster wurden von innen und aussen geputzt, wir haben uns alle in unseren schönsten Anzug geschmissen, so Zeug. Die Runde die der Besuch dann hier gedreht hat, fiel aber sehr kurz aus, da sie hinter dem Zeitplan lagen. Es wurde jedem kurz die Hand gestellt, es blieb aber nichtmal die Zeit sich vorzustellen. Bzw. wollte eigentlich mein Chef uns alle vorstellen, aber dafür war auch keine Zeit.

So, nachdem ich die letzten 2 Wochen recht wenig geschrieben hab, erzähl ich euch einfach mal ein bisschen was ich hier überhaupt so den ganzen Tag treibe. Abgesehen von viel lachen und essen, arbeite ich hier tatsächlich auch ab und zu.Ich betreue eine Geld-zurück Kampagne, bei der man in einem Gewissen Zeitraum £100 zurück bekommt, wenn man einen Profi Hochdruckreiniger kauft. Hauptsächlich ist das eigentlich die Sammlung und Verwaltung von Daten in einem Excel File. Falls wichtige Informationen oder die Rechnung fehlen, schreib ich den Leuten Mails oder muss ihnen auch ab und an hinterher telefonieren. Das telefonieren war für mich zu Beginn ja eine ganz grosse Überwindung, aber ich muss sagen, mit der Zeit wird es besser. Ich versuch zwar immer noch, erstmal soviel wie möglich per Mail zu klären, aber wenn mich mal jemand anruft mit einer Frage, dann komm ich ganz gut zurecht.

Ausser dieser Geld zurück Aktion mach ich verschiedene Sachen, je nach dem was anfällt. Ich such oft irgendwelche Bilder oder Broschüren für andere auf der Datenbank und auch Deutsche Texte/Präsentationen übersetzen gehört immer mal wieder zu meinen Aufgaben. Neuerdings bin ich jetzt auch für die Sammlung von Daten Huber die Konkurrenz zuständig. Morgen geh ich mit meiner Kollegin Jenny auf "Geschäftsreise". Ich weiss nicht ob man es wirklich so nennen kann, wir fliegen nicht gerade im Hosenanzug in der ersten Klasse um die Welt. Wir werden mit einem Mietwagen nach Slough fahren und dort eine Nacht im Hotel bleiben. Dort bauen wir quasi einen Händler auf, der sich nur noch auf "unsere" Produkte spezialisieren möchte. Wird sicherlich körperlich anstrengende Arbeit, weil man den Laden tatsächlich auf- bzw. umbaut. Ich freu mich aber trotzdem auf meinen Businesstrip! Ich glaub, das ich hier einen recht guten Überblick über verschiedene Abläufe bekomme. Sicherlich muss ich auch oft einfach Aufgaben machen, die erledigt werden müssen und für die man nicht unbedingt ein BWL Studium braucht, aber das gehört ja dazu. Eine der größten Herausforderungen ist es so z.B. den Tee und Kaffe zuzubereiten. Nach fast 2 Monaten hab ich es nun endlich geschafft, dass alle mit der "Brühe" die ich ihnen serviere zufrieden sind.

Ich selbst trinke normalerweise ja Tee und keinen Kaffe, aber manchmal hab ich einfach Lust auf Kaffe oder bin müde und wenn dann jemand die Teerunde macht, bitte ich immer um einen "spezial Kaffee". Mein spezial Kaffe enthält anstatt einem Teelöffel Instantkaffee, wie die Engländer ihn trinken (wollen sie nicht einfach gleich Wasser trinken?) 3 Löffel Kaffeepulver und viel Milch. Einer hat mal versucht auch einen "spezial Kaffe" alla Anna zu trinken, aber das war ihm dann zu stark. Meine Philosophie lautet dazu "Ist der Kaffe zu stark, bist du zu schwach" und ich scheue mich auch nicht, das den Leuten hier zu unterbreiten. Ich hab ja bereits erwähnt, dass ich hier viel lache. Die Engländer haben im allgemeinen einen guten Sinn für Humor und in meinem Büro ganz besonders. Ich denk das liegt sicherlich auch daran, dass es Marketing ist, denn bei meiner Freundin Andrea in Finance haben sie nicht ganz so viel Spass. Aber durch diese ganzen Scherze, fühl ich mich hier sehr wohl. Das Arbeitsklima ist dadurch total entspannt und es bringt ständig jemand Kuchen oder Kekse oder ähnliches mit. Ich bring immer mal wieder Haribo Sachen und Milka Osterhasen gab es auch schon. So lässt sichs aushalten auf Arbeit, oder?

So, dann werd ich euch demnächst von meiner Geschäftsreise berichten.

Grüßle

Montag, 23. April 2012

A.B. lässt es krachen


So Leute,
ich weiß ich hab mich lang nicht mehr gemeldet. Ich weiß schon gar nich mehr so genau, was in den letzten zwei Wochen so abging. Von Donnerstag Abend (12.04) bis zum Dienstag Abend war ich auf Heimatreise. Da hab ich unter anderem an der Geburtstagssause meines Opas, zu seinem 80ten, teil genommen. Eigentlich hat sich der Trip jetzt nicht gelohnt, weil der Flug doch recht teuer war, aber so was muss auch mal sein.

Was mit beim Abflug in Birmingham mal wieder aufgefallen ist, wie nett die Engländer einfach sind. Ich stand da völlig entspannt und hab an einer Elektronischen anzeige nach meinem Flug gesucht, da kam jemand der wohl dort arbeitet zu mir und fragte „Kann ich ihnen helfen miss?“, es war ein großer, älterer Typ, der aussah wie ein Butler namens James. Er hat mir dann gesagt wo ich hin muss (ich hätte das selbst 10 Sekunden später rausgefunden) und mich noch gefragt was ich in Deutschland mach usw. Es ist einfach so angenehm wenn die Leute so hilfsbereit und höflich sind. Vor allem im Vergleich zu China ist das ein großer Kontrast, da haben die Leute einem nie Hilfe angeboten, schon allein weil sie denken, dass man sie eh nicht versteht.

Ansonsten hab ich hier in letzter Zeit nicht so viel gemacht, außer Arbeiten, schlafen und am Wochenende ein die Pubs gehen. Ihr kennt mich ja. Dieses Wochenende gab es einen kleinen „Vorfall“. Da hab ich mich gerade zum ausgehen fertig gemacht und bin zur Musik ein bisschen in meinem Zimmer rumgesprungen, da hats auf einmal laut gekracht und der Boden unter mir ist gekracht. In meinem Zimmer liegt Teppichboden, den konnte ich dann an deiner Seite hochheben, und hab gesehen, dass da eins der ca. 2 cm dicken Holzbretter komplett durchgebogen ist und ein riesiger Riss drin war. Es war also noch nicht so, dass ich mit einem Bein wirklich durch gekracht bin, aber das Brett war schon so angeschlagen, dass man nicht mehr drauf treten hätte können, ohne dass es komplett durchbricht. Danach lag ich erstmal ne Weile lachend im Flur. Hab am nächsten Tag mal eine Mail an meine Vermieterin Pat geschrieben und die war dann heute da und hat das Problem anscheinend behoben. Ist ein neues Brett drin, nun knarrt der Boden auch nicht mehr so laut.

Soweit so gut, ich schreib bald wieder. Hoffentlich gibt’s dann auch was zu erzählen. (Am Ende der Woche geh ich auf eine „Geschäftsreise“, also hab ich vllt was zu berichten)

Grüßle

Freitag, 6. April 2012

Stratford




Letzte Wochenende war schon wieder einiges los, deswegen melde ich mich jetzt. Am Freitag Abend sind Andrea und ich mit unserem Nachbar und einem Typ den ich von der Arbeit kenne in den Pub. Am Samstag bin ich dann mit den zwei Andreas nach Stratford Upon Avon gefahren, das ist der Geburtsort von Shakespeare. Das Wetter war leider nicht ganz so schön, darum konnte es nicht soo gut wirken. War aber trotzdem ganz schön. Wir sind nicht in das Haus rein, in dem Shakespeare geboren wurde, weil es fast. 15 Euro gekostet hätte und es mir und Andrea D. nicht wert war. Andrea P. war glaub schon gern rein, aber wir wollten das einfach nicht ausgeben. So faszinierend find ich es jetzt auch nicht aus der Ferne einen Tisch zu betrachten an dem Shakespeare vllt mal gesessen hat. 

Wir haben stattdessen später eine Tour mit einem Boot gemacht, dass war sicherlich die bessere Idee. Zwar war es extrem kalt, wir waren auch nicht warm angezogen, aber der Ausblick war total schön. Mit uns auf dem Boot war nur noch ein Pärchen und 3 Chinesen. Mit denen hätte ich ja zu gerne chinesisch geplaudert, aber irgendwie hab ich mich nicht getraut und es hat sich auch nicht ergeben.

Danach mussten wir erstmal zu Starbucks um uns aufzuwärmen. Und dann ging es auch schon wieder nach Hause. Am Abend kamen Christian und Dan, Freunde von der Arbeit vorbei und wir haben erst zu Hause bisschen was getrunken und sind später noch in die Stadt. Der Sonntag war dann bei mir ehr gechillt, ich hab bisschen Wäsche gewaschen und noch ein paar Lebensmittel eingekauft und dann später etwas auf der Wiese vor unserem Haus gechillt. Am Sonntag Abend ist dann Andrea P. schon wieder ausgezogen um Platz für Heiko O. zu machen. Heiko ist auch deutscher und bleibt jetzt die ganze Zeit hier. Also mindestens für ein Jahr und damit auf jeden Fall länger als Andrea D. und ich. 
Grüßle aus England
eure Anna